Heute vor 90 Jahren und 53 Tagen wurde Cannabis in Deutschland erstmals gesetzlich verboten. Grund hierfür war das „Internationale Abkommen über die Betäubungsmittel“ von 1925, das auch Deutschland verpflichtete ein Gesetz zu erlassen, welches Hanf von der Herstellung bis zur Verwendung verbietet und nur noch für medizinische oder wissenschaftliche Zwecke erlaubt.

Deutschland war damals nicht an der internationalen Abstimmung über das Cannabisverbot beteiligt. Aber heute, rund 90 Jahre nach Einführung des Gesetzes, sind wir dankbar und stolz auf die Prohibition. Anfangs mag das Gesetz in seiner Ausführung vorrangig den wirtschaftlichen Interessen der Kunstfaserindustrie gedient zu haben aber heute sind wir froh darüber, dass die Prohibition unzählige Bürger davor schützt Cannabis zu konsumieren. Darum halten wir fest am Verbot – für das Wohlergehen unserer Bürger und der Gesellschaft!

 

prohibition2

 

Darum lasst uns heute die zahlreichen Erfolge der Prohibition feiern!

Nur 3,7 Millionen erwachsene Personen in Deutschland haben laut dem Epidemiologischen Suchtsurvey (ESA) von 2018 mindestens einmal in den letzten 12 Monaten Cannabis konsumiert. Das sind viel weniger, als die 36,9 Millionen Alkoholkonsumenten. Somit haben nur ein Zehntel so viele Personen Hanf konsumiert.

Auch die Jugend ist durch das Verbot vor den Gefahren gewarnt und verzichtet mehrheitlich auf den Gebrauch. Das zeigt die BZgA-Repräsentativbefragung von 2018 eindrucksvoll: 22 % (rund 1 600 000 Menschen), also nicht einmal ein Viertel der 18-25 Jährigen, gaben an in den letzten 12 Monaten mindestens einmal Cannabis konsumiert zu haben . Bei den 12-17 jährigen sind es sogar nur 8% (rund 300 000 Menschen).

Seit 2008 ist die Anzahl junger Konsumenten um ca. das Doppelte angestiegen. Das sind jedoch normale Schwankungen,
wie es auch beim Klima der Fall ist. Da hier der Fehler nicht im System liegt, kann auch über eine Verschärfung der Prohibition nachgedacht werden. Einzig die Aufklärung junger Menschen will uns nicht recht gelingen. Das liegt aber nicht daran, dass die Prohibition der Aufklärung im Wege steht, wie so manche Legalisierungs-Befürworter behaupten, sondern an fehlenden Facebook-Posts und Youtube-Videos mit jugendgerechter Aufmachung. Spezialeffekte, schnelle Schnitte und ein blonder, hipper Typ werden unsere Jugend wieder auf den richtigen Pfad leiten.

 

Neben den geringen Mengen an Cannabis-Konsumenten hat die Prohibition noch viele weitere Erfolge zu verzeichnen:

Erfolgreich schützt das Verbot Jahr für Jahr die Gesundheit der Bürger vor dem Hanf im Streckstoff des Schwarzmarktes. Denn wie uns schon Alexander Krauß (CDU/CSU) fachkundig vermittelte: „[…] nicht die beigemischten Stoffe sind das gefährliche, sondern das Cannabis was in diesen beigemischten Stoffen ist, das ist das Gefährliche und das schädigt auch der Gesundheit!“ Natürlich kann man Zucker, Haarspray, Sand, Glassplitter, Kunststoff und Blei auch einfach legal erwerben und inhalieren ohne Gefahr zu laufen Hanf in seiner Aromatherapie zu haben.

Weiterhin hat die Prohibition schon zahlreiche Leben geschützt, indem immer wieder Autofahrer aus dem Verkehr gezogen und ihres Führerscheins entledigt werden, die eine potentielle Gefahrenquelle für sich und andere darstellen.
Denn schon bei nur 1 Nanogram THC pro ml Blut wissen wir: Dieser Mensch hat warscheinlich vor einigen Tagen gekifft und wird es sicherlich wieder tun. Wenn er dann auch noch berauscht Auto fahren würde, kann dies Leben kosten. Also weg mit dem Führerschein! Ein positiver Nebeneffekt hiervon ist, dass wieder Arbeitsplätze frei werden und bei größeren Drogendelikten die Diversität in unseren Gefängnissen erhöht wird. Jeder weiß, dass es nicht gut ist, wenn sich Menschen immer nur in gleichen Kreisen aufhalten. Nun aber können sich Mörder, Vergewaltiger und Konsumenten austauschen.

 

Die Legalisierung von Cannabis, dem Chill-Kraut schlechthin, wird seit Jahren kontrovers diskutiert. In einigen Ländern, wie beispielsweise Kanada und Uruguay wurde das Verbot für Hanf als Genussmittel bereits aufgehoben. Neue Gesetze regeln in diesen Ländern den Umgang mit Cannabis. Während immer mehr Länder legalisieren, ist man hierzulande noch gespaltener Meinung was das Richtige ist, um selbstschädigende und die Gesellschaft belastende Konsummuster und Folgeschäden zu verhindern. Die Befürworter der Prohibition halten am Verbot als wirkungsvolles Mittel fest, während die Gegner die bisherige Drogenpolitik für gescheitert erklären. Ob Pro oder Contra, ein Konsens herrscht zwischen den beiden Lagern:
Sie wollen weniger Suchtkranke und weniger Konsum unter Jugendlichen.

Damit ihr euch selbst eine Meinung bilden könnt, ob die Legalisierung von Cannabis eine Chance oder ein zu großes Risiko ist, gibt es in den folgenden Teilen der Blog-Reihe zur Cannabis-Prohibition pure Fakten und Interviews mit Menschen der „Szene“. Die Legalisierung betrifft jeden, also bleibt dran!
Bis dahin, lasst es euch gut gehen!

Du brauchst ein Konto um Kommentare zu schreiben!